Apr 11, 2007

Barcelona, Prag, Wien, Rom

Der aufmerksame Leser dieses blogs kann sich sicherlich noch an Michal und Dasa erinnern, die beiden Kletterer, die Elisabet und ich letztes Jahr im Montserrat retteten / kennenlernten. Bereits im Januar fassten wir den Plan, die beiden über Ostern zu besuchen. Da wir uns allerdings dachten, dass ein allzulanger Ostblockaufenthalt eventuell die Organmafia auf uns aufmerksam machen könnte, entschieden wir uns frühzeitig den Urlaub zweizuteilen und so auch der in Wien stationierten Marta einen Kontrollbesuch abzustatten. Die hat nämlich vor Kurzem ihre Wohnung gewechselt und wir müssen uns als gute Freunde natürlich vergewissern, dass sie nun nicht etwa mit Hottentotten zusammen haust.
Ein geeigneter Flug ward schnell gefunden: SkyEurope erklärte sich einverstanden, uns für nur 7 Cent nach Prag zu bringen. Mit all den Bonusgebühren kletterte der Betrag zwar auf 35 Euro pro Person, doch wirklich teuer ist das ja nicht. Der Rückflug aus Wien gestaltete sich etwas schwieriger, doch Elisabet, die sich ganz gut im internet auskennt, besorgte uns einen weiteren 7 Cent Flug der die slowakische Hauptstadt Bratislava mit Rom verbindet (25 Euro pro Kopf). Von dort aus sollte es einen Tag später mit Ryan-air nach Girona gehen. Die 50 Euro für diesen Flug, zusätzlich der (pro Person) 54 Euro des Hotels waren immernoch wesentlich preiswerter als sämtliche direkte Rückflugmöglichkeiten aus Prag, Wien oder Bratislava.

Am 07.04. begann das Abenteuer. Ich bin zwar bereits einmal in Prag gewesen, denn vor langer langer Zeit feierte ich dort einen Jahrtausendwechsel, jedoch beschränkte sich jener Aufenthalt nur auf eine Nacht, da uns der erste morgendliche Zug wieder nach Deutschland gebracht hatte. Dementsprechend kannte ich die Stadt eher wenig.

Doch dass sollte sich nun ändern, denn Michal und Dasa hatten sich viel für uns vorgenommen. Kaum angekommen statteten sie uns mit einer auf spanisch verfassten "must-see-" und einer "should-see-list" aus. Wir stellten die Koffer bei ihnen zu Hause ab und begannen die Stadtbegehung.
Der sich dem Abendessen anschliessende, ausgedehnte Spaziergang führte uns unter anderem über die nächtlich beleuchtete Karlsbrücke und in ein Bierlokal hinein. Wir waren wirklich sehr beeindruckt. Zum Beispiel von der Menge Bier, die unsere Freunde aus der Tschechischen Republik vertrugen.Am nächsten Tag stand dann die Schlossbesichtigung auf dem Plan. Vorher hatten wir die einmalige Gelegenheit, von der Dacherrasse des Hotels, in dem Dasa arbeitet, einen Blick über die Prager Altstadt zu werfen. Später gingen wir noch eine ganze Weile in dem Park unterhalb des Prager Eiffelturms spazieren. Eigentlich hätten wir den auch gern bestiegen, doch kam das Ende der Öffnungszeit uns etwa eine halbe Stunde zuvor. Selbiges war uns nur wenige Stunden zuvor schon im Dom passiert. Wir nutzten die so gewonnene Zeit für ein Abendessen, das wir mit 9 (!) Litern Bier runterspülten. Danach gingen wir dann noch einen trinken und Dasa zog uns alle beim Tischfussball ab. Würde mich nicht wundern, wenn sie in der slowakischen Damentischfussballnationalmannschaft spielte. Achja, sie ist Slowakin - keine Tschechin.
Am nächsten Tag erkundeten Lisa und ich die Stadt allein. Diesmal waren wir Hauptsächlich auf der anderen Seite des Flusses, wo wir durch's jüdische Viertel schlenderten, den Pulverturm begutachteten, zusammen mit sehr sehr vielen anderen Touris das Figurenspektakel der astronomischen Uhr erlebten. Wir sahen sogar ein Streichorchester-Kammermusikkonzert im Rudolfinum. Auch waren wir sowohl in als auch auf der Nicholaikirche - dies jedoch auf der anderen Seite der Moldau.Abends dann trafen wir uns mit den beiden in der Nähe des Funkturmes, wo sie uns die Vorzüge des Studentenviertels zeigten. Beim Abendessen schilderte uns Michal ein paar Apnea-Erlebnisse. Er taucht, jedoch ohne Sauerstoffflaschen bis zu 40m tief, wenn mich nicht alles täuscht.Doch am nächsten Tag verliessen wir Prag bereits. Micha fuhr uns zum Busbahnhof, von wo aus wir für nur etwa 7 Euro mit einem supermodernen Reisebus nach Wien fuhren. Wien ist übrigens gar nicht so nah an Prag wie ich gedacht hatte - die etwa 360km lange Reise dauerte immerhin 5 Stunden. Prag war echt schön und Micha und Dasa haben sich sämtliche Extremitäten für uns ausgerissen. Sie kümmerten sich wirklich rührend um uns - es wird schwer sein, den beiden diesen Gefallen gebührend zu erwidern.
Mein mehr oder weniger Geheimtipp für den Pragbesucher ist übrigens das Café Ebel in der Nähe des Rudolfinum. Es hat nur zwei Tische und ist dadurch sehr ruhig und gemütlich.

Auch Wien war toll. Am ersten Abend gingen wir in die Bar, in der Martas Mitbewohnerin (ebenfalls Slowakin) arbeitet, und wir führten Marta unser neuerworbenes Bierschluckvermögen vor. Am nächsten Tag gingen wir dann ins Belvedere, ein berühmtes Museum mit Werken z.B. von Klimt, Hundertwasser, Caspar David Friedrich, Munch und Monet. Da mir eigentlich nur M.C.Escher gefällt und ich ansonsten mit Bildern gar nichts anfangen kann hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, dass es mir dort gefallen würde, doch war der stundenlange Museumsbesuch ehrlich gesagt alles andere als langweilig. Auch die Architektur des alten Schlosses trug dazu bei. Wir zweiteilten den Besuch und sahen uns am nächsten Tag (ohne Marta) auch noch die Ausstellung Gartenlust sowie das untere Belvedere an.Zu einem Opernbesuch hat es dieses Mal leider nicht gereicht, denn über die Vorosterzeit war das Angebot eher mau. Es gab zwar ein angeblich sehr tolles Konzert in der Staatsoper, doch hätten wir da für die preiswerten Stehplatzkarten mindestens 4 Stunden anstehen müssen, was uns zu mühselig erschien. Abends waren wir dafür in einer Konzertbar. in der ich wir bei Livemusik eine Freundin Martas kennenlernten. Ich unterhielt mich den ganzen Abend lang besonders prächtig mit deren Freundin Steffi.
Auch am letzten Abend besuchten wir ein sehr gutes Konzert in einer anderen Musikkneipe, so dass der Musik doch noch ein relativ hoher Stellenwert zukam, auch wenn der Schwerpunkt nicht der Klassik galt. Ich wurde bereits einige Male gefragt, welche Stadt mir besser gefiele, Prag oder Wien, und ich muss sagen, dass ich es nicht weiss. Prag ist schön, das Zentrum übersichtlich klein und dafür mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten vollgestopft wodurch die Touridichte doch recht beträchtlich ist - Wien ist auch schön aber hat viele Freiflächen, die einen Aufenthalt weniger stressig erscheinen lassen. Da die Stadt weitläufiger ist, muss man allerdings von öffentlichen Transportmitteln Gebrauch machen - aber das ist ja auch nicht tragisch...

Am 06. April fuhren wir gleich morgens mit dem Bus nach Bratislava zum Flughafen und kurz darauf waren wir in Rom. Wir kamen am Flughafen Fumicini an (auch Leonardo da Vinci), von wo aus wir ohne Probleme zum Bahnhof Termini gelangten. Wie riesig dieser ist merkten wir allerdings erst am nächsten Tag.
Nachdem ich mich fast mit unserem Hotelier prügelte (naja, zumindest hatte ich Lust dazu) machten wir uns daran, Fastfoodtourismus in Rom zu zelebrieren. (Das Wort habe ich ganz alleine erfunden, doch merkte ich gerade, dass Google es bereits unabhängig von mir kennt)
Durch einen mit Ruinen versehenen Park ging es zum Kollosseum. WOW, das ist der absolute Hammer! Ich hätte es mir die ganze Nacht angucken können. Wenn es mich im Jahr 2007 umhaut, wie ist es dann wohl vor 2000 Jahren irgendwelchen meiner barbarischen Vorfahren ergangen, die es zu Gesicht bekamen? Das Kollosseum ist eine überaus beeindruckende Weise der Römer, ihre Macht zur Schau zu stellen. Unglaublich!
Naja, erstaunlicherweise waren die Strassen rund um das Bauwerk für den Verkehr gesperrt und es waren dort 1000e und 1000e Personen versammelt, zu denen in kürzester Zeit weitere Menschenmassen hinzukamen. Auf meine Frage an einen Carabinieri was denn dort los sei schaute mich dieser verwundert an und sagte "The pope!" Es stellte sich heraus, dass nur zwei bis drei Stunden später die Personifizierung eines westlichen Gottes eine Art Konzert veranstalten würde. Das kam uns natürlich sehr gelegen, denn auf diese Weise war der Rest Roms relativ touristenfrei.
Der Weg führte uns am Monumento Vittorio Emmanuelle II vorbei, und dann weiter zum Tiber. Von hier aus folgten wir dem Verlauf einer Hauptverkehrsader und gelangten flux zum Circus Maximus. Ich nehme an, es liegt nicht an den 6 Jahren meines Lateinunterrichts, doch ist es sehr einfach, sich im Centrum Roms zurechtzufinden. Wir betraten also das berühmteste aller Stadien und machten dort ein Wettrennen - ein bisschen wie Ben Hur. Nach den Spielen fehlte Brot, so gingen wir etwas Essen. Danach guckten wir nochmal am Kolosseum nach dem Rechten - es waren noch immer riesige Menschenmassen dort. Wir fassten den Plan, es uns am nächsten Tag etwas genauer anzuschauen sofern es unser Plan erlauben würde.
Nach dem Aufstehen ging es husch husch zum Termini Bahnhof, in dem es die U-Bahn zu nehmen galt, denn kurze Zeit später waren wir mit Elisabets Eltern am spanischen Platz verabredet. Zufällig waren die auch gerade in Rom. Das hört sich zwar etwas beiläufig erwähnt an doch finde ich es ehrlich gesagt sehr viel erstaunlicher als es klingen mag. Da wir nicht wussten, wo genau sich die U-Bahn im Bahnhof versteckt, nahmen wir den ersten Eingang. Schon sahen wir einen Wegweiser nach unten, oohh - im Kellergeschoss befand sich ein riesiges, weitläufiges Einkaufszentrum. Wir durchquerten es nur in eine Richtung, doch ging es auch seitwärts in die Tiefe. Ganz am anderen Ende des Bahnhofs - zu dem wir auf Förderbändern gebracht wurden - war der eigentliche Eingang zur U-Bahn. Von hier aus ging es etwa 50 Meter in die Tiefe. Ich nehme an, dass sich die U-Bahn so tief vergräbt um sicherzustellen nicht auf archäologische Funde zu stossen. Wir befinden uns schliesslich in ROM!
Nun gut, aus dem Kolosseum wurde nichts, denn den Rest des Tages verbrachten wir mit Lisas Familie. Vom Spanischen Platz mit der spanischen Botschaft (in der der aktuelle spanische König geboren wurde) ging es vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten zum Pantheon und zur Fontana di Trevi, in der vor etwas über 50 Jahren dieses geschah. Nun führte uns der Weg zu Fuss über die Vittorio Emanuelle Brücke (mit Blick auf die flussaufwärts gelegene Engelsrücke und die beeindruckende Engelsburg) in Richtung Vatikan auf die andere Seite des Tibers... eine krasse Stadt. Die Menschenmengen dort waren unbeschreiblich, und alle standen sie Schlange um den Vatikan zu betreten! Es handelte sich dabei um eine dieser zick-zack-Flughafenschlangen jedoch ging sie mit jedem zick einmal quer über den Petersplatz und dann zack noch einmal komplett um ihn herum - sie dürfte ungelogen 2 km lang gewesen sein.
Und dann sparten wir 394 Euro, in dem wir mit einem Linienbus zum Kollossem fuhren, anstatt uns mit einer von echten Pferden gezogenen Tourikutsche dorthin bringen zu lassen. Dort in der Nähe aassen wir gut zu Mittag und nach einem Besuch der Kirche Santa Maria Maggiore verabschiedeten Lisa und ich uns dann auch schon von ihrer Familie.
Ohne Stress holten wir die Sachen aus unserem Hotel, begaben uns wieder zum Bahnhof, fuhren zum Flughafen Ciampino, wurden während des Fluges ordentlich durchgerüttelt und von Mariona aus Girona abgeholt.
Es ist doch wirklich erstaunlich, wie billig die Fliegerei geworden ist. Im Anbetracht der Klimadiskussion und der Verknappung auf Erdöl basierender Brennstoffe gehe ich davon aus, dass das nicht für alle Ewigkeit so sein wird.

Apr 9, 2007

Canal de St. Jeroni

Al fin he fet la canal de St Jeroni que ja tenia pendenta des de fa temps. En principi ens voliem ficar a ll via ferrada de la Tresina, pero com la Susi que acompanyaba al Xavi no habia fet mai cap cosa aixi vaig decidir seguir la canal fins a dalt. Es maca. M'ha agradat molt i a la Elisabet també! Espero que'n Xavi em faci arribar alguna foto!

Mar 26, 2007

l'Espluga


Und am Wochenende ging der Kurs weiter. Samstag früh war Elisabet jedoch nicht besonders gut drauf, weshalb sie ihre Teilnahme an der Codoleda absagte. Letztendlich war das aber gar nicht besonders tragisch, denn sie begleitete Txema und mich, die wir uns um 14.00 Uhr in den Naturpark von St. Llorenç aufmachten, um die Seile in der Sonntagshöhle zu installieren. Und dabei war Lisa eine grosse Hilfe, denn sie schleppte einen der 3 Rucksäcke mit Seilen. Txema und ich nahmen uns ebenfalls je eines Seilsackes an.



Die Höhlenbeschreibung sowie auch die Topographie zur Linken dieses Textes habe ich dem Absatz "topografias" des Weblog meines Höhlenkollegen Joan entnommen.



Wir setzten am Wochenende folgende Seile ein: 50m für den Einstieg, den kurzen Handlauf und den anschliessenden Schacht. Nach der Wanderung mit dem brusken Richtungswechsel ein 15m Seil für bis zum 17m Schacht. Hier, sowie auch für die beiden anschliessenden Schächte nutzten wir jeweils ein 55m Seil, wobei je 50m für die Schächte von 28m und 24m Tiefe reichen sollten. Ein weiteres 15m Seil hatten wir dabei um auch die -123m zu erreichen.


So wanderten wir fast eine Stunde lang schwer beladen (insgesamt 245m Seil, einen Haufen Karabiner und Txapes, ausserdem jeder Höhlengeschirr, Campingkram und Essen + Trinken) zur Casa de l'Espluga, wobei uns der Weg vom Parkplatz "Alzina" über den Coll de les tres Creus zwischen der Pola und Castellsapera hindurch an der Font de la Pola vorbeiführte. Von hier aus sucht man einen coll, der gegenüber der Quelle liegt, kreuzt diesen diagonal und folgt einfach nur der Piste, die direkt zum Ziel führt. Das Casa de l'Espluga ist eigentlich nur ein natürlicher Felsen, der einen starken Überhang bildet. Dieser wurde vor scheinbar langer, langer Zeit zugemauert, so dass sich eine Art Steinzeithaus ergibt, in dem wir jedes Jahr auf's Neue während des Höhlenkurses schlafen.Ohne Zeit zu verlieren begaben wir uns in die nahe Höhle. Txema als erster um zu installieren, gefolgt von Lisa und ich als Letzter, wobei ich Elisabet beaufsichtigte. Praktischerweise war sie mit dem Abseilen etwa genauso schnell wie Txema mit dem Installieren der Seile in der mit "Quimics" ausgerüsteten Höhle. Es klappte alles ganz gut, und selbst Elisabet genoss den Ausflug. Die letzten beiden 28m und 24m tiefen Schächte seilten Lisa und ich uns nicht mehr hinab, da von unten bereits das Signal zum Aufstieg kam. Auch der klappte gut, so dass wir nach etwa 2,5 Stunden wieder draussen waren und sogar noch den Sonnenuntergang geniessen konnten.
Auch der Rest der Truppe war inzwischen von der Codoleda aus eingetroffen.

Es folgte ein lustiges Abendessen mit Scherzen und Gesang irgendwelcher katalanischer und spanischer Kinderlieder und Gassenhauer, die mir allesamt unbekannt waren. Auch Lisa beglückte uns mit ein paar Melodien.Nachts wurde uns eine Stunde schlaf geraubt. Wird nicht dieses Jahr darüber abgestimmt, ob dieser Irrsinn nicht endlich wieder abgeschafft werden soll?

Um 11 Uhr Sommerzeit seilte ich mich dann als erster in die Höhle ein, gefolgt von Elisabet, Jordi, Mireia, Lidia, Sergi, Nuria, Toni und Pau. Diesmal machten wir auch die beiden längeren Schächte bis auf -110m Tiefe. Elisabet seilte sich bereits richtig professionell ab und es war eine Wonne ihr dabei zuzusehen. Unten angekommen warteten wir auf den letzten und ohne Zeit zu verlieren machte ich mich wieder an den Aufstieg. Alle waren damit einverstanden, dass Lisa und ich und von der Gruppe absetzen, so dass wir frühzeitig nach Hause kommen um noch etwas arbeiten zu können. Auf diese Weise waren wir schnell wieder an der Oberfläche. Den gesamten Aufstieg machte Elisabet ohne Hilfe und Ratschläge - ich sehe es schon kommen, dass sie sich in Kürze unterirdisch mit mehr Agilität bewegt als ich es trotz zweieinhalbjähriger Erfahrung tue.

Ohne Stress zogen wir uns um, assen etwas und gingen zurück zum Auto. Auf dem Rückweg hielten wir in Terrassa, wo das alljährliche Jazzpicknick stattfand. Nach einem Kaffee ging es dann weiter nach Manresa, wo wir um 18.00 Uhr ankamen. Um kurz nach neun riefen wir Joan und Mireia an. Auch der Rest der Gruppe war mittlerweile gut zuhause angekommen.

Mar 19, 2007

Neuer Kurs, neues Glück

Endlich ist es soweit - Elisabets Höhlenforscherkurs hat begonnen!
Nachdem wir vom EDES im Jahr 2006 nur einen Conyoning-Kurs, jedoch keinen Höhlenkurs angeboten haben, geht es 2007 in die Vollen. Am vergangenen Dienstag begann der Höhlenkurs zum ersten Mal nach der neuen Norm der Katalanischen Höhlenforscherföderation, und wenn dieser zu Ende geht, dann wird eine neue Ausgabe des Canyoningkurses rangehängt - eine Art der Freizeitbeschäftigung, die mich bislang allerdings noch nicht gefesselt hat. Im Laufe des Jahren kiegen wir dann hoffentlich noch den vertiefenden, zweiten Teil des Höhlenkurses organisiert, vorrausgesetzt es besteht ein Interesse daran.

Lange Rede kurzer Sinn, es freut mich sehr, dass Elisabet dieses Jahr am Kurs teilnimmt, und ich hoffe, viele subterrane Erfahrungen mit ihr teilen zu können. Ausserdem, und auch das ist toll, macht auch Mireia mit, doch leider kannten wir ihren Freund Ferran nicht dazu überreden, denn ihm sind das ganze Seilgewirr und all das klöternde, Höhlengeschirr nach wie vor suspekt.

Am Samstag besuchten die diesjährigen Schüler Sergio, Edgar, Jordi, Ariadna, Mireia und Lisa die tektonische Höhle "Rondes" in La Llacuna, und Pau, Miquel, Lidia, Joan und ich begleiteten sie dabei. Es handelt sich um eine etwas über 600m lange, horizontale Höhle, in der man keine Seile benötigt aber die ganz gut geeignet ist das berühmte Späleogefühl zu vermitteln. Es wird ein bischen geklettert, man muss durch einige kurze Röhren robben und sich an vertikalen Engstellen dünn machen... aber nach jeder Schwierigkeit gelangt man schnell wieder in Säälchen durchaus gemütlicher Dimensionen. Das ganze garniert mit Mannschaftsgeist, guter Laune und neuen Erfahrungen.Der Ausflug scheint allen gefallen zu haben, obwohl ich peinlicherweise gestehen muss, dass wir "Lehrer" die Höhle zunächst nicht fanden. Ausserdem war uns in der Höhle, und noch relativ dicht am Eingang, der Weg nicht klar - sicherlich beides Punkte, die unsere Schüler an unseren Fähigkeiten zweifeln liessen. Nach diesen anfänglichen Lapsi bekamen wir den Karren jedoch schnell wieder auf den richtigen Weg.

Das wir uns tatsächlich nicht alles an Vertrauen verspielt hatten, das bekamen wir gestern zu spüren, als wir den Neulingen beibrachten, wie man sich mit Sicherheit an Seilen ab- und in luftige Höhen aufseilt. Später veranstalteten wir dann noch ein lustiges Massenseilspringen. Das wiederrum gefiel mir ganz besonders gut und ich weiss gar nicht, warum ich in meiner Kindheit nie seilsprang.Nun steht am Freitag noch eine dreithematige Theorieunterrichtseinheit an, und dann gehts am nächsten Wochenende in zwei vertikale Höhlen um das Erlernte auch unterirdisch anzuwenden. Ich werde davon berichten...

Mar 4, 2007

100 cims: Les Agudes

Am Samstag war schon fast ein Sommertag, den Lisa und ich nutzten, um mal wieder einen der 100 cims zu besteigen. Da sie sich tags zuvor eine Wanderkarte des Naturparks Montseny gekauft hatte, war das Ziel schnell gefunden: Les Agudes. Dieses 1706m hohe Gipfelchen liess sich zudem über den ebensohohen Turó del Home besteigen, wodurch wir die beiden höchsten Punkte des Montsenys machten. Wir hatten uns einen Rundweg ausgesucht, was ich besonders gern mag, da man so gleich zwei Routen kennenlernt.
Die Vegetation am Montseny basiert auf dichtem Buchenwald, hier und dort unterbrochen von einer Insel von Pinien - also fast wie in Norddeutschland, bloss mit Bergen eben. Das gute Wetter und die leckeren Brötchen sorgten für echt gute Laune.

Ein weiterer 100 cim des Montseny ist der Matagalls, den wir zwar vor ein paar Wochen schon einmal angingen, doch liessen wir an jenem Tage wegen starken Nebels von unserem Vorhaben ab. Ich gehe aber ganz stark davon aus, dass wir ihn schon bald auf ein Neues zu besteigen versuchen werden.

Feb 27, 2007

Avenc d'en Parrilla

Al fin una excursió d'espele! Realment ja tocaba fer alguna coseta ja que aquest any encara no m'habia ficat a cap forat. En principi voliem fer l'Avenc de Sant Marçal de -128 metres pero a la boca d'entrada ens vam trobar amb un altre grup de Martorell que tenia previst realitzar una visita al mateix avenc. Com nosaltres erem 7 persones i els també era clar que tots no podiem entrar-hi. Res, just al costat del Avenc está situat un altre de -45 metres que es diu Avenc d'en Parrilla. La veritat es que no te gaires complicacions. De fet es un sol pou que a mes a mes es fa totalment volat. Txema el va instalar, de segona va entrar la Lídia, jo de tercer, Miquel, Roe, Eva i al final en Joan. Per donar-ne una mica mes d'emoció, Txema va fer un nus a la corda que hem tingut de pasar tots. En principi es una maniobra simple pero com no es fa quasi mai ja esta be de practicar-la de tant en tant.
boca d'entrada
L'Avenc d'en Parrilla ens va agradar a tots encara que els nostres anims eran molt baixos, ja que en Jordi, un company nostre de Granollers el dia anterior va tenir un accident mortal a un avenc a França. Nomes una setmana abans, el mateix va fer una presentació audiovisual d'espele a Manresa i molts de nosaltres vam parlar amb el. A mi per exemple em va fer un comentari respecte al meu blog, al que visitaba de tant en tant. Resulta dificil pensar que ara ja no esta amb nosaltres.
Descansa en pau, Jordi!

Feb 21, 2007

Oliana

Am Mittwoch war in Manresa ein Feiertag, und Hector und ich nutzten diesen, um den wirklich beeindruckenden Klettersteig "Regina" in Oliana zu machen. Den dritten und besten Teil jener via ferrata hatte ich erst einmal gemacht, und so machte es mir wirklich nichts aus ihn nochmal zu wiederholen. Hecki, der früher mal kletterte und dadurch an Klettergurte und luftige Höhen gewöhnt ist hielt wirklich gut durch und ehrlich gesagt machten wir die komplette Route nur, weil er dabei war, denn ich war zur Hälfte so sehr um das Wetter besorgt, dass ich ohne ihn einen der Zwischenausgänge genommen hätte.
Hector jedoch überzeugte mich davon, dass das Wetter durchhalten würde und sollte damit recht behalten. Wie man sieht haben wir den Ausflug genossen:

Feb 19, 2007

Karneval in Sallent

2006 wurde eine nicht einheimische Mückenart in Katalonien entdeckt. Wegen ihrer agressiven Individuen und ihrer Streifen wird sie "mosquit tigre" genannt. Am Samstag machten Elisabet und ich zusammen mit etwa 15 weiteren Personen etwas für mich sehr Seltsames. Wir zogen uns selbstgenähte Tigerfellkleider an und setzten und Mückenstachel- sowie Mückenaugenmasken auf und nahmen am weltberühmten Karneval in Sallent teil, wo wir eine echte Tigermoskitoplage waren, denn wir stachen wild um uns, wobei die Gestochenen mit fiesen roten Punkten beklebt wurden. Wo wir auch vorbeikamen waren die Leute innerhalb kürzester Zeit Moskitoopfer. Eine Plage eben.
Wenn Ihr also mal einen Moskito sehen solltet, der halb Tiger halb Mücke ist...

mosquit tigre
... seid lieb zu ihm!

Feb 13, 2007

Valencia - Escala i Corda

Am 2. Februar hatten wir endlich das lang ersehnte Weihnachtsessen meiner Firma. Hört sich komisch an, ist aber so. Es war zwar ganz gut, jedoch waren wir in einem dieser modernen, relativ teuren, durchdesignten Restaurants, in denen grosse Teller mit wenig drauf serviert werden, die Speisen aber allesamt ganz fürchterlich tolle Namen haben. Es gab sogar Gänseleber, jedoch muss ich Barbar gestehen, dass ich die von Mama zubereitete Schweine- oder Hühnerleber mit Zwiebeln und frischem Kartoffelpürree ehrlich gesagt leckerer finde.
Ist aber egal, denn ich erwähne dies eh nur wegen des kuriosen Datums für ein Weihnachtsessen und wollte eigentlich nur eine tolle Einleitung daraus basteln, was jedoch gescheitert ist.
Am nächsten Tag fuhren die Lisa und ich nach Valencia um dort meinen ehemaligen Mitbewohner Joan, seine bezaubernde Freundin Alejandra und deren Kumpel Paco zu besuchen. Als Highlight war der Besuch einer Partie "Escala i Corda" (Treppen und Seil) geplant, zu der sogar mein aktueller Mitbewohner Hector sich erwärmen konnte, der sowieso jeden Samstag in Valencia ist, da er dort seinen MBA macht. Falls es ausser mir noch jemanden geben sollte, der bei MBA an Medizinisch Biologische Assistenten denkt, so sei er nun informiert, dass diese drei Buchstäbchen international für Master of Business and Administration stehen. So ist das nämlich.
Niemand kennt Escala i Corda. Nicht einmal die Valencianer. Nur Hector aber der weiss sowieso immer alles. Was also hat es mit diesem Spiel auf sich?
Sein Ursprung ist, wenn mich nicht alles täuscht, mittelalterlich und es wurde vor langer Zeit als "Valencianisches Ballspiel" in halb Europa gespielt, wobei es allerdings regionale Unterschiede in der Spielart gab. Irgendwo habe ich gelesen, dass es in Paris irgendwann mal (bin ich nicht gut informiert?) 13 Fabriken gab, die Escala-i-Corda-Bälle herstellten. Das sind lederummantelte Holzkugeln, deren Grösse zwischen der eines Golf- und Tennisballs liegt. Im Laufe der Zeit muss das Spiel aber einiges seines Ruhms eingebüsst haben, denn soweit ich weiss, wird es heute nur noch in Teilen der Provinz Valencia gespielt, wobei es aber wie gesagt selbst den allerallermeisten Valencianern total unbekannt ist. Die Zuschauer sind grösstenteils maskuline, zigarrenrauchende Senioren und ehemalige, ebenfalls maskuline, Spieler. Frauen haben übrigens freien Eintritt, letzteres angeblich aus dem gleichen Grund aus dem die Mafia keine Frauen tötet, obwohl ich die Logik dieses Arguments noch nicht ganz verstanden habe weshalb es mir allerdings nicht weniger klar ist.

Escala i Corda ist im Prinzip dem Tennis ähnlich. Jede Manschaft spielt auf einer Seite des Spielfeldes (trinquet), welches in der Mitte von einem in etwa 2 Metern Höhe gespannten Seil geteilt ist. Man muss den Ball über das Seil spielen und die gegnerische Manschaft versucht ihn zurückzuspielen, bevor er zum zweiten mal den Boden berührt - wie Tennis also. Selbst die Zählweise ist ähnlich, denn der erste gewonnene Ballwechsel bringt 15 Punkte, der zweite erweitert auf 30, der dritte auf 40 und der nächste führt zum Gewinn eines Spiels. Bei 40:40 heisst es nicht "Einstand", sondern beide Manschaften werden stattdessen auf 30:30 zurückgesetzt. Ein gewonnenes Spiel bringt 5 Punkte und die Mannschaft, die als erste 60 Punkte hat gewinnt das match.
Jedoch gibt es auch gravierende Untersiede zum Tennis:
1. Die Spieler sind nicht in weiss gekleidet
2. Man spielt mit der Hand
3. Es werden alle Wände einbezogen
4. Die kombatierenden Manschaften können unteschiedlich gross sein
5. Das Spiel beginnt nicht, ohne das ein Haufen Wetten abgeschlossen werden

Zu eins:
Eine Manschaft ist in blau gekleidet (els blaus), die andere in rot (els roigos). Ja, auf katalanisch heisst blau ebenfalls "blau" und nicht etwa "azul" wie auf spanisch. Roigos ist allerdings valencianischer Dialekt, denn rot heisst auf katalanisch eigentlich "vermell" und nicht "roig". Auf spanisch heisst rot übrigens "rojo", um dies ergänzend zu erwähnen.

Zu zwei:
Da der Ball sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht und wahrscheinlich auch sehr hart ist, ummanteln sich die Spieler ihre Hände mit solchen Dingen wie Spielkarten und Stücken von Kupferrohren. Da jedoch oft in Wandnähe gespielt wird oder der Ball knapp über dem Boden geschlagen wird, nehme ich an, dass es relativ leicht ist, aus Versehen mit voller Wucht gegen die Wand zu hauen und sich dadurch die Hand zu brechen - zumindest für die weniger professionellen Spieler.

Zu drei:
Escala i Corda wurde ursprünglich in mittelalterlichen Strassen gespielt. In vielen Städten, so auch Manresa, gibt es noch immer Strassennamen die darauf hindeuten. Gestern gerade ging ich durch die Strasse "Joc de la Pilota" (Ballspiel). All diese Strassen befinden sich in der Nähe der mittelalterlichen Marktplätze, denn das dort durch den Warenverkauf gewonne Geld verwetteten die Männer sogleich beim Ballspiel um es auf diese Weise möglichst zu vermehren, doch dazu mehr unter Punkt fünf. Heutzutage ist das Spielfeld eine Nachbildung jener mittelalterlichen Strassen. Es ist mit Strichen unterteilt in Sektionen und jede Sektion hat eine Hausnummer. Ferner gibt es Tribünen, die noch heute "balcons" heissen und in einer der Endwände befindet sich stets ein (geschlossenes) Fenster.
Der Ball darf soviele Wände berühren wie er will, jedoch nur einmal den Boden. über den beiden Endwänden befindet sich je ein balcon. Je nach Spielart gilt er als "Aus" oder als "Punktgewinn" - also quasi als "Tor" - wenn ich das richtig verstanden habe. An einer Endwand ist zusätzlich stets ein diagonaler Balkon angebracht, der diese mit einer Seitenwand verbindet und für überraschende Rïchtungsänderungen der Trajektorie sorgt. Über die gesamte Lange der Seitenwand erstreckt sich ebenfalls ein Balkon, auf dem die Zuschauer Platz finden können. Das Besondere ist jedoch die gegenüberliegende Seitenwand, denn sie hat unten eine vier- oder fünfstufige Treppe. Jede Stufe ist dabei so hoch, dass man bequem darauf sitzten kann. Auf diese Weise sitzten die sich dort befindlichen Zuschauer quasi mitten auf dem Spielfeld, denn auch die Treppe wird in das Spiel mit einbezogen. Geht der Ball dort nieder, so versucht man diesem als Zuschauer automatisch auszuweichen oder man geht hinter seinem Nachbarn in Deckung. Da die Treppenstufen nach vorn hin abfallend sind bewegt sich der Ball in richtung Boden, auf dem er wie gesagt nur einmal aufkommen darf - das Spiel geht also auch nach einem Publikumsvolltreffer weiter. Gibt es sehr viele Zuschauer, so befinden sich selbst unter dem Seil ein paar Hartgesottene, wenn die anderen Tribünen voll besetzt sind.

Zu vier:
Die Mannschaften sind nicht zuletzt wegen Punkt fünf immer möglichst gleich stark. Deshalb kann es durchaus vorkommen, dass ein Duo gegen ein Trio, oder ein Einzelspieler gegen ein Duo antritt. Es gab sogar Fälle, in denen es sehr guten Spielern verboten war, den Ball oberhalb der Hüfte zu schlagen um sie dadurch zu benachteiligen und so ein Gleichgewicht zwischen den Manschaften zu erreichen.

Zu fünf:
Die Spieler sind professionell und wollen durch eine Siegerprämie bezahlt werden (in meinem Fall nur 500 Euro für die Siegermanschaft, denn es war kein Spitzenspiel) und der Spielfeldbetreiber will auch Geld verdienen. Ausser der Einnahmen durch den Eintrittspreis (8 Euro in meinem Fall) wird deshalb gewettet, wobei der Mindesteinsatz happige 50 Euro beträgt. Ich habe allerdings selbst beobachten können, wie sich Menschen über diejenigen lustig machten, die "nur" 50 Euro verwetteten. Kurzum, es wird sehr viel Geld verwettet. Da es keine Bank gibt ist es nötig, dass gleich viel auf beide Manschaften gewettet wird, denn diejenigen, die ihre Wette verlieren, zahlen gleichzeitig den Gewinn der anderen, während der Wettorganisator lediglich 5% oder 10% einstreicht. Setze ich also 100 Euro auf els blaus, und blau gewinnt, so bekomme ich meine 100 Euro zurück und zusätzlich 90 oder 95 weitere Euro. Wäre eine Manschaft offensichtlich stärker als die andere, so täte niemand auf die schwächere wetten, so könnte also auch niemand auf die stärkere wetten und die Wetteinahmen wären hinfällig. Noch immer wird Escala i Corda in jedem Dorf an einem andern Tag gespielt und zwar stets am Markttag, da dies wegen des oben angesprochenen Punktes eben der Tag ist, an dem die mitteleltarlichen Menschen am wettfreudigsten waren.

Der absolute Tempel des valencianischen Ballspiels Escala i Corda ist übrigens genau das trinquet, in dem ich war. Es heisst "Pelayo" und liegt in der Strasse "Pelayo" in der Nähe des Bahnhofs von Valencia. Man muss jedoch zunächst eine Bar betreten. Dort befindet sich in einer Ecke eine kleine Tür. Neben dieser Tür bezahlt man(n) den Eintritt und dann tritt man in ein neues Universum ein. Es lohnt sich!

Der aufmerksame Leser deutscher Medien wird wissen, dass Valencia in den letzten Jahren sehr chic geworden ist. So gibt es etwa ein paar sehr beeindruckende Prunkbauten von Santiago Calatrava (La Ciutat de les Arts i les Ciencies) und der Americas Cup hat dort eine wichtige Basis, wenn nicht sogar seine Basis. Ausserdem wird Valencia eventuell bald einen Formel Eins Parcour a la Monaco kriegen, der Papst stattete der Stadt 2006 einen Besuch ab, ... all diese ach so tollen events der Spassgesellschaft bilden einen krassen Gegensatz zu Escala i Corda. Es lohnt sich wirklich!
Am nächsten Tag fuhren wir dann noch in die Albufera, einen Naturpark an der Küste, ein bisschen ausserhalb Valencias. Das Wetter versuchte zwar uns vorzugaukeln, dass wir an der Ostsee seien, doch wir fielen nicht drauf rein.

Jan 29, 2007

ATP-Konsum

Laut wikipedia kann der ATP-Durchsatz bei einem erwachsenen Menschen bis zu 500g pro Stunde betragen, wobei bei der Spaltung von ATP zu ADP Energie von etwa 32,6 kJ/mol freigesetzt wird, bei der Spaltung zu AMP sogar 64,3 kJ/mol. Die Molmasse von ATP wird mit 507,2 g angegeben.
Ich weiss nicht, wieviel Kilogramm mein ATP-Durchsatz dieses Wochenende betrug aber ich bin mir sicher, dass er relativ hoch war.
Alles fing samstagfrüh damit an, dass Xavi mich um halb sieben abholte. Wir wollten den 2881m hohen Bastiments mit Schneeschuhen besteigen.
Nach etwa 2 Stunden mit dem Auto kamen wir an den Skipisten von Vallter2000 an. Einige Abfahrten waren zwar geöffnet, doch abseits selbiger gab es keine nennenswerten Schneevorkommen. Zur Schneeschuhwanderung reichte es also nicht aber das macht ja nichts, spart man sich dadurch doch zumindest an die zwei Kilo Gewicht. Wir parkten auf einem der Parkplätze des Skigebietes, und als ich die Tür öffnete biss uns ein unglaublich starker und noch viel unglaubwürdig kälterer Wind ins Gesicht.
Noch bevor wir losgingen, war mir bereits kalt und nach nur wenigen Metern dachten wir beide, dass ein Aufstieg unmöglich sei da uns zuvor das Gesicht erfrieren würde.
Doch klappte es zumeist erstaunlich gut Windschatten neben den Berghängen zu suchen und glücklicherweise irrten wir uns im Aufstieg - wir erklommen den "Coll" zur Rechten des Bastiments und nicht den viel windigeren Coll de la Marrana zu seiner Linken, wodurch wir zwar einen sehr viel weniger schönen aber viel schnelleren und aber eben auch weniger windigen Aufstieg hatten. Obwohl - windig war es eigentlich schon, doch kam der Wind von hinten und blies uns nicht die Nasen kalt.Am Gipfelkreuz angekommen machte ein netter Sevillaner zunächst ein Foto von Xavi und mir mit Xavis Mobiltelefon, dann liessen wir uns noch bis zum geodätisch markierten Gipfel blasen und schwupps ging es hinunter zum Coll de la Marrana. Um auch hier den Wind zu vemeiden liessen wir den Coll etwas zur Linken und stiegen ein paar Meter mehr als nötig ab. Auf diese Weise gelangten wir zum Gra de la Fajola, einen schön anzusehenden 2708m hohen Berg, den wir ebenfalls beschlossen hatten zu erklimmen. Auch hier missachteten wir den windexponierten Normalweg um uns einen eigenen, geschützteren zu suchen. Schnell, anstrengend, steil und schon kamen wir auf den Vorgipfel. Ab hier lag ein schön anzusehender Grat vor uns, der am Ende vom Gipfelkreuz gekrönt wurde. Achja, windig war es.
Hinter ein paar Windschutzfelsen leerten wir meine Thermoskanne, Xavi schoss ein weiteres Foto... ...und um kurz vor zwei waren wir bereits wieder auf dem Rückweg nach Manresa.

Abends war ich mit Lisa in St. Joan de la Villatorrada lecker Tapas essen. Die "Gambas al All" in der Bar "Nectar" sind einfach spektakulär!

Am nächsten Morgen trafen wir uns um kurz vor neun mit Ferran und Mireia in St Fruitós del Bages. Die beiden hatten noch Dani (mit dem wir vor etwa einem Jahr den Puig Mal bezwangen), seine Freundin Sonia, Raquel und Valentin mitgebracht (letzterer hatte seine Hündin Sina dabei), und zusammen hatten wir uns vorgenommen an der 10. Ausgabe der örtlichen Marxa Popular -einer Dorfwanderung- teilzunehmen. Es gab zwei Strecken zur Auswahl: eine von 18km Länge, die andere 27 km lang und es stellte sich heraus, dass wir die Entscheidung, welche wir machen wollten, bis zum Kilometer 14 herauszögern konnten. Kalt war es, so dass wir uns ohne umschweifende Bergrüssungsorgien warm eingepackt auf die Socken machten.
Es ging auf Pisten durch die mehr oder weniger sehenswerten rustikalen und naturbelassenen Teile des Gemeindegebietes. Diese waren zwar schön anzusehen, doch macht mir persönlich das Pistenwandern eher wenig Spass - in guter Gesellschaft lässt es sich allerdings durchaus verkraften. Und mit gutem Essen noch besser, und davon gab es reichlich, denn wir hatten 6 Kontrollpunkte zu passieren, und an jedem gab es zu essen und zu trinken. Der zweite Punkt stach dabei mit einer leckeren Butifarra heraus, die in einem frischen Brot eingepackt wirklich allen mundete. Übrigens nahmen insgesamt mehr als 1500 Personen an jener Wanderung teil, so dass da gestern eine ganze Menge Leute glücklich über ihre Butifarra waren - im Gegensatz zu den Schweinen, die uns die "Butis" zur Verfügung stellten.Gut, wir wanderten an 7 oder acht kirchlichen Einrichtungen wie Kapellen, Klostern oder eben Kirchen vorbei und ich lernte ein paar wirklich interessante Wege kennen, die ich mir vorgenommen habe etwas genauer mit dem Fahrrad zu erforschen.Am Kilometer 14 verabschiedeten sich Dani und Sonia vorerst von uns, denn sie wollten nicht die lange Route machen.Ab nun wurde der Weg schöner und auch etwas sportlicher, was ganz besonders Mireia zu spüren bekam, denn ihr Knie weigerte sich nach einer heutigen Aussage von ihr, "am ATP-Konsum teilzunehmen" und beschränkte sich vielmehr auf die Schmerzproduktion. Das Resultat war, dass Ferran und sie zurückblieben und ich spürte, wie uns die Zeit davonlief. Wollten wir nämlich ein T-shirt erhalten, so hatten wir um Punkt 15 Uhr wieder in St. Fruitós zu sein und uns blieben nur noch 110 Minuten für 10 Kilometer. Nach 3 weiternen, relativ langsamen Kilometern trennten Lisa und ich uns dann von unseren Kumpanen und legten einen Zahn zu, so dass wir um 10 Minuten vor drei das letzte T-shirt Grösse M (für mich) und eines der letzten Grösse S (für Lisa) einheimsten. Ausserdem wurden wir auch mit einem Buch belohnt: 10 Routen zum Wandern oder mit Fahrrad in St. Fruitós. Super!
Fairerweise bekamen auch Mireia, Ferran, Raquel und Valentin ein T-shirt und ein Buch, und das obwohl sie nicht vor 15.00 Uhr ankamen, aber es handelte sich auch schliesslich nicht um ein Rennen, sondern um eine Wanderung, bei der das Dabeisein und das Durchhalten zählte.
Bloss Sina, die Hündin, ging leer aus, und das, obwohl sie bestimmt eine 3 oder 4 mal längere Strecke zurückgelegt hatte als wir, denn sie lief von Anfang an wie irre hin und her und vorweg und wieder zurück.......
Wikipedia erwähnt leider nicht, wieviel ATP ein Hund dabei pro Stunde spaltet.

Jan 23, 2007

Andorra - Pic de la Coma Pedrosa

Kommt der Winter, oder kommt er nicht?
Am Sonntag Nachmittag (21.01.2007) hätte er laut Wetterbericht kommen sollen, und vorher wollten Elisabet und ich noch einen Berg besteigen. Ich hatte uns die 2941m hohe Coma Pedrosa ausgesucht - den höchsten Gipfel AAAAAAndorras. Ich hatte ihn zwar schon einmal mit Xavi bestiegen, konnte mich aber nicht mehr daran erinnern, weshalb es mir gar nichts ausmachte ihn nochmal zu wiederholen.
Wir fuhren am Samstag los und begannen nach einer kurzen shoppingtour in Andorra etwa um 15.00 Uhr den Aufstieg bis zur Berghütte. Für die 600 Höhenmeter brauchten wir etwa 1,5 Stunden. Da die Berghütte über Winter nicht geöffnet ist, gibt es dort nur den Winternotsaal mit 2 Doppelbetten für angeblich 6 Personen. 4 Personen waren bereits dort, so dass wir als Letztankömmlinge wahrscheinlich auf dem Boden geschlafen hätten. Da ich jedoch Lisas Zelt im Rucksack trug, beschlossen wir dieses etwas abseits vom Weg aufzubauen. Dabei stellte sich zu unserem Erstaunen übrigens heraus, dass sich ein Zelt auf einer gefrorenen Wiese vorzüglich aufbauen lässt.Wir schliefen etwa bis um 8.30 Uhr de Sonntags, bevor wir uns daran machten einen warmen Tee für die Thermoskanne zuzubereiten, das Zelt abzubauen und die für die Gipfelbesteigung unwichtigen Dinge von den wichtigen zu trennen. Den Rucksack mit solchen Dingen wie Zelt, Schlafsäcke, Isomatten und Gaskocher liessen wir an der Berghütte, den mit unseren Steigeisen und der warmen Kleidung, dem warmen Tee und den Müsliriegeln nahmen wir mit.

Um 10.00 Uhr ging es los. Der mit gelben Punkten markierte Weg zur Coma Pedrosa folgt den Markierungen des GR 11 durch das Tal und steigt an dessen Ende direkt neben dem Fluss auf um sich kurz darauf vom GR zu trennen und in ein Tal zur Rechten abzubiegen. Kurz darauf gelangt man zu einem Bergsee. Ab hier geht es schnurstracks zum bereits sichtbaren Gipfel, den man in etwa einer Stunde erreicht. Die letzte halbe Stunde ist recht luftig aber in keinem Moment schwer zu bewältigen. In unserem Fall hatten wir ab dem Ende des ersten Tales Eis und Schnee, da der Anstieg aber nicht besonders steil war verzichteten wir zu jenem Zeitpunkt noch auf unsere Steigeisen. Die schnallten wir uns erst an, als es vom vereisten See aus eine Nordflanke hinauf ging. Auf dem gefrorenen Schnee kamen wir dadurch nicht nur sicherer, sondern auch schneller und gemütlicher voran.Ab Erreichen des Grates gab es nur noch steinigen Untergrund - ohne Steigeisen an den Füssen ging es nun über ein paar Vorgipfel hinweg zur Coma. Der Wind pfiff uns dabei eiskalt um die Ohren und wir freuten uns bereits, uns auf dem Gipfel am heissen Tee zu erlaben.

Oben angekommen rief Elisabet ihre Schwester an und schickte ihr eine MMS der nicht weit entfernten Pica d'Estats (man muss es angeblich schliesslich ausnutzen, wenn man in den Bergen Empfang hat), und als der Tee alle war ging es schnell wieder hinunter, denn mir war trotzdem kalt und es gefroren uns die Popel in der Nase. Vor uns lag nun ein Abstieg von mehr als 1300 Höhenmetern der zum Schluss schon gar keinen Spass mehr machte. Alles in Allem war es aber ein toller Ausflug und nebenbei übrigens der 16. unserer 100 cims.Am nächsten Tag schneite es dann doch noch in den Bergen - das gab uns ein gutes Gefühl, das vorerst letzte schneefreie Wochenende ausgenutzt zu haben.

Jan 13, 2007

Arbeit in Deutschland

Gestern machte ich etwas Tourismus in Dresden. Wow, wirklich beeindruckend wie schön es dort im Zentrum (wieder) ist. Auch mein Chef war die zweieinhalb Tage ungewöhnlich erträglich, so dass das Nervigste am ganzen Deutschlandaufenthalt eigentlich die beiden brandenburger Radarfallen waren, in die ich tappte.
Ich weiss, im Gefängnis sagt jeder, er sei unschuldig aber ich bin WIRKLICH nicht schnell gefahren! Die zweite löste sich z.B. nachts aus, im strömenden Regen, auf der Autobahn innerhalb einer Baustelle, wo alle Autos praktisch auf derselben Spur fahren und der Gegenverkehr mangels schützender Leitplanke und wegen der tropfenbehafteten Frontscheibe ganz fürchterlich blendet - als wenn man in so einer Situation schnell fahren würde!
Aber diesen Ossis kann man ja auch nicht wirklich böse sein.
Da wir mit easyjet unterwegs waren, waren wieder beide Flüge airbusse - so soll es sein!