Yeah, der Flug war für Sonntagmorgen (10.12.) angesezt, doch wir machten uns bereits am Freitag auf den Weg nach Olot. Es regnete aber das machte uns nichts. Wir fuhren direkt zur Collada de Bracons, dem Ausgangspunkt einer Exkursion, die wir am Samstag machen wollten, um uns schonmal einen Überblick über die Zone zu verschaffen. Im nebligen Nieselregen machten wir etwa die Hälfte des Aufstieges zum 1514m hohen Puigsacalm. Als wir an der Quelle Tornadissa ankamen, wurde es jedoch dunkel und wir drehten um. Die Stirnlampen leuchteten uns den Rückweg, doch wurde es in kürzester Zeit so neblig, dass wir bald nur noch wenige Meter weit gucken konnten - 3 zum Beispiel. Zum Glück war der Weg wirklich einfach - ansonsten wären wir auch schon bei Helligkeit umgedreht - doch selbst so war es bereits zum Nervöswerden, wie schwierig es war, ihm zu folgen. Wie immer ging alles prima und wir kamen unversehrt zum Auto.
Wir quartierten uns auf demselben Campingplatz "Natura" in Les Preses ein, den wir bereits von unserer Fahrradtour her kannten. Zu Abend gab es leckere chinesische Gaskochernudeln. Morgens weckten uns die Gasbrenner von 5 Heissluftballons, wodurch wir nicht weniger Lust auf unseren Flug bekamen.
Nach Verlassen des Campingplatzes machten wir nochmal denselben Weg des Vortages und ausserdem die restliche Wegstrecke bis zum Gipfel, der uns eine super Aussicht bot.
Wieder am Auto angekommen fuhren wir nach Olot und weiter in Richtung Santa Pau. 7 km hinter Olot parkten wir auf einem Parkplatz. Von hier aus machten wir einen weiteren Ausflug, der uns zunächst auf den 682m hohen Vulkan Santa Margarida brachte, der vor etwa 20.000 Jahren zum letzten Mal ausbrach. Von hier aus stiegen wir in den Krater hinab, in dem sich eine Kapelle befindet und dann auf der anderen Seite wieder auf den Kraterrand. Wir machten einen Umweg um auch noch den Croscat zu besteigen - den mit 786m höchsten Vulkan der Zone. Auf seinem Gipfel steht die Ruine eine alten französischen Militärturmes, der während der Besatzung im 18. Jahrhundert gebaut wurde.
Nun gut, hinab ging es einen anderen Weg, der uns direkt zum Auto brachte und dann fuhren wir nach Santa Pau, ein sehr gut erhaltenes mittelalterliches Dorf. Über kleine, enge Gassen kamen wir auf den Marktplatz, wo wir für die nächste Nacht ein Hotel (Cal Menció) reserviert hatten. Zu Abend gab es ein perfektes, blutiges, riesiges Steak. Puh, welch langer Tag!
Morgens dann standen wir bereits um 7.15 Uhr auf, denn um Viertel vor acht waren wir bereits mit den Heissluftballonmenschen verabredet. Klirrend kalt war es. Am Treffpunkt waren ausser uns beiden noch viele andere Menschen, und dann kamen 5 Allradlieferwagen (L300) mit Anhängern daher, auf denen riesige Heissluftballonkörbe waren. etwa 15 Leute des Unternehmens machten sich dann daran, die 5 riesigen Heissluftballongs aufzublasen, während mehr und mehr Kunden eintrudelten. Im Nu waren wir über 30 Personen, die wir um ein Lagerfeuer herumstanden, während unsere Fluggefährte vorbereitet wurden.
Wir flogen um etwa 9.00 Uhr als letzte los, als der erste Ballon bereits ausser Sicht war. Es ging am Croscat vorbei und über den Santa Margarida hinweg in Richtung Santa Pau, während einer der Ballons hoch über uns zunächst in die andere Richtung flog.
Toni hatte (neben eines GPS-Empfängers mit Höhenmesser und eines Beschleunigungsmessers) zwei Funkgeräte dabei; auf einer Frequenz funkten die Ballons und die Bodenteams, die sich daran machten zu den ungefähren Landezonen zu fahren und auf der anderen Funkte der Flughafen im nur 30-40 Kilometer entfernten Girona die anfliegenden Flugzeuge an. Und auf genau diesem hörten wir auch, dass der Tower zwei "globos sueltos" auf dem Radar habe, womit er seinen Unmut über die unangemeldeten Intruder ausdrückte.
Nachdem man sich bei uns für unser Geld bedankt hatte und wir ein "Zertifikat" überreicht bekommen hatten, machten wir uns auf in Richtung Rupit, um noch den Cabrera zu besteigen.
Wir parkten neben einer kleinen Kirche und der Weg führte uns zunächst über Wiesen unterhalb der Steilwand in einen Wald. Hier gewannen wir rasch an Höhe, und als wir den Wald verliessen befanden wir uns bereits auf dem Coll. Ab hier fehlten noch 170 Höhenmeter bis zum Gipfel, die man mit Hilfe von Stufen überbrückt. Stufen hören sich zwar nicht übermässig spektakulär an, doch befinden sie sich relativ nah an der Steilwand, so dass man zumindest eine schöne Aussicht hat.
Genau die wird noch besser, wenn man oben ankommt. Der 1308 Meter hohe Cabrera ist ein Gipfel, den es sich echt zu besteigen lohnt - und nebenbei erwähnt unser 100 cim Nummer 14!
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kamen wir zurück zum Auto - ein wirklich gut ausgenutztes Wochenende!



































